Ansturm von Fans bei Jackson-Trauerfeier erwartet - Sorgerechtskampf bahnt sich an


11 000 kostenlose Karten für Jackson-Trauerfeier

 
03. Juli 2009

11 000 kostenlose Karten bei Jackson-TrauerfeierVon Marina Antonioni. Los Angeles bereitet sich auf einen Ansturm von Tausenden Fans zur Trauerfeier für Michael Jackson vor. Nach tagelangem Rätselraten steht nun fest, dass die öffentliche Gedenkveranstaltung für den verstorbenen «King of Pop» am Dienstag ab 10.00 Uhr (Ortszeit) im Staples Center der Stadt stattfinden soll.

11 000 Eintrittskarten würden umsonst verteilt, berichtete der US-Nachrichtensender CNN. Alle, die an der Trauerfeier teilnehmen wollen, müssten sich zunächst registrieren. Wie genau dies ablaufen soll, wollten die Organisatoren den Angaben zufolge noch am Freitag bekannt geben.

Jacksons älterer Bruder Jermaine sagte, die Familie arbeite derzeit mit den Behörden von Los Angeles zusammen, um sicherzustellen, dass die Gedenkveranstaltung ohne Zwischenfälle ablaufe. «Angesichts des Zeitrahmens, den wir haben, hoffen wir, dass alles sicher bleibt», sagte er im CNN-Interview.

Unklar blieb weiterhin, wo Jackson, der am 25. Juni überraschend im Alter von 50 Jahren verstorben war, beigesetzt wird. Zahlreiche TV-Übertragungswagen haben sich laut CNN bereits vor dem Friedhof Forest Lawn Memorial Park in Hollywood postiert, der zuletzt wiederholt im Gespräch war. Eine offizielle Bestätigung, dass Jackson dort seine letzte Ruhe finden soll, gab es nicht. Der Internetdienst «TMZ» veröffentlichte unterdessen ein Foto des Sargs, der angeblich für den Popstar bestellt worden sein soll. Er ist aus vergoldeter Bronze gefertigt, innen mit blauem Samt ausgelegt und soll 25 000 Dollar kosten.

Der Chef der Konzertagentur AEG Live, Randy Phillips, hatte am Donnerstag den Termin und Ort der öffentlichen Trauerfeier für Jackson bestätigt. Sie soll auf großen Bildschirmen auch ins Freie übertragen werden. Jacksons Familie plant nach den Worten von Jermaine eine private Zeremonie am Dienstagmorgen noch vor der öffentlichen Veranstaltung. Zuvor hatten sich Pläne zerschlagen, den Popsänger auf seiner Neverland Ranch aufzubahren und beizusetzen.

Das Staples Center gehört dem Konzertveranstalter AEG Live, der auch die geplanten Comeback-Shows von Jackson in London organisiert hatte. Am Donnerstag veröffentlichte AEG Live ein etwa anderthalbminütiges Video vom 23. Juni, auf dem der 50-jährige Popstar im Staples Center probt, gemeinsam mit acht Tänzern den Titel «They Don’t Care About Us» singt, tanzt und einen dynamischen Eindruck macht.

Die letzten Proben von Jackson sollen möglicherweise auch zu einem Film verarbeitet werden. Phillips sagte laut dem Sender NBC, derzeit liefen Gespräche darüber. Insgesamt gebe es mehr als 100 Stunden an Proben-Aufnahmen. Sein Unternehmen stehe auch keineswegs vor dem Bankrott, betonte Philipps verschiedenen Medienberichten zufolge. 40 bis 50 Prozent der Fans, die bereits Tickets für die Comeback-Konzerte gekauft hatten, wollen nach seinen Worten auf die Kostenrückerstattung verzichten und stattdessen das gedruckte Original-Ticket mit einer Abbildung von Jackson haben.

Die Ergebnisse zur Todesursache des Sängers stehen weiter aus. Laut CNN bestätigte der frühere Arzt von Jackson, der ihn in den 90er Jahren bei seiner «History»-Tournee begleitet hatte, dass der Popstar unter Schlafstörungen gelitten habe. Der Sender berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Jackson und sein Doktor damals eine regelrechte «Mini-Klinik» mit auf Tour genommen hätten. Seit seinem Tod gibt es Spekulationen, dass der Popstar stark medikamentenabhängig war und dies möglicherweise zu seinem Tod führte. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles gab inzwischen bekannt, dass auch sie ermittelt.

In der Frage, wer sich künftig um die Kinder von Jackson, Prince Michael (12), Paris (11) und Prince Michael II. (7), kümmern soll, bahnt sich unterdessen ein Sorgerechtskampf an. Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe – Mutter der beiden älteren Kinder – sorgte in einem NBC-Interview mit der Ankündigung für Aufsehen, sie wolle ihre Kinder bei sich haben und sei auch bereit, für den Jüngsten zu sorgen. Prince Michael II. war von einer Leihmutter zur Welt gebracht worden.

Wenige Stunden später relativierte Rowes Anwalt diese Aussagen laut NBC aber wieder und unterstrich, seine Mandantin habe noch nicht endgültig entschieden. In seinem Testament hatte Jackson bestimmt, dass seine Mutter Katherine (79) sich um die Kinder kümmern solle. Sie wurde von einem Gericht auch zum vorläufigen Vormund erklärt. Eine für Anfang kommender Woche geplante Anhörung in der Sorgerechtsfrage wurde auf den 13. Juli verschoben.  (su/gz, ddp)

 

 

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