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Erotik und Kultur


 
06. Juli 2009 | Sex und Kultur im Bordell

Erotik und KulturHoppla! In Zeiten der Krise zeigt sich die Erotik-Branche innovativ. Nach der Bordell-Flatrate hängt in deutschen Bordellen neuerdings nicht nur der „Herr mit Druck“ rum, sondern auch Öl auf Leinwand. Ausgerechnet die Bordelle haben jetzt die Kultur entdeckt und die Maler die Bordelle. Erotik und Kultur, je skurriler die Ideen desto besser.

So kamen ein Bordellbetreiber im nordrhein-westfälischen Grefrath und der Maler Oscar Hernandez Stewart auf die Idee, ein Edel-Bordell mit einer Kunstausstellung zu beglücken. Jetzt trifft der Maler auf Leute, die er vorher nie getroffen hätte, zum Beispiel auf den Bordellchef, der von sich behauptet, dass er eine künstlerische Ader hat. Kunst im Bordell ist äußerst chic, die Leute sind interessiert. Ein „Erotik-Kunst-Event“, dort wo sonst nur nackte Frauen sind. Gleichwohl ein gutes Alibi für Kunstliebhaber, die sich sonst wohl niemals in das Rotlicht trauen würden.

Kunst der neueste Clou um Kunden anzulocken. Der Bordellbesitzer und der Maler glauben, dass dies ein voller Erfolg wird. Die Bordelle haben gelernt – Kunst und Sex verkauft sich blendend.

Bestes Beispiel der Fotograf Spencer Tunick und seine Models. Nackt müssen seine Models sein und sonst gar nichts. Er bringt immer wieder seine Models dazu sich ausziehen, natürlich im Namen der Kunst. Wo immer er auch hinkommt und fotografiert fallen die Hüllen. Tunick ist längst zu einem internationalen Star geworden. Mit seinen Fotos macht Tunick Umsätze in Millionenhöhe und seine Bilder von den Nackten hängen mittlerweile weltweit in den besten Galerien.

Die Rotlichtbranche will nun auch gesellschaftsfähig werden. Sex und Erotik ist seit jeher ihr Geschäft und jetzt holt sie sich die Kultur und damit die passenden Künstler ins Haus. Kultur im Puff soll das Image aufpolieren. Raus aus der Schmuddel-Ecke und los geht´s auf Kundenfang mit einer Kunstausstellung. So kann man dann den Puff-Besuch als Vernissage verkaufen.

Die Banken und die Autohäuser dienen dabei als Vorbild. Banken und Autobauer sind bekannt für ihr Kulturinteresse. Seit Jahren werden in den Verkaufsräumen und Bankschaltern Kunstausstellungen angeboten um Kunden anzulocken. Wir machen jetzt das gleiche, so der Bordellchef.

Im Nachbarland Tschechien ist man in Sachen Kultur und Erotik bereits wieder einen Schritt voraus. So wird die Herren-Tour in die tschechische Hauptstadt Prag dank eines Pauschalangebots eines Bordell-Betreibers zur Wochenend-„Bildungsreise“. Morgens im Museum und auf Sightseeing-Tour, abends geht´s rund im Whirlpool eines Bordells. Das sogenannte Kultur- und Erotikangebot für nackte Bildungsbürger ist in der tschechischen Hauptstadt Prag ist der neueste Clou im Marktsegment der Städtereisen.

In der Wirtschaftskrise muss man neue Kunden locken und da reicht das bisherige „Kulturprogramm“ im Bordell nicht mehr aus. Wer bislang nur die Bordelle in Prag kannte, kann sich so über das zusätzliche Kulturangebot freuen. (su/uk, Foto: © P. Parzych, fotolia.de)

 

 

 

 

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