Michael Jackson-Biograf: Jacko ist einmalig

 
26. Juni 2009

Die Musik von Michael Jackson ist nach Ansicht des Biografen Jochen Ebmeier nicht imitierbar. «Von seinen Amateuren sieht man die Bewegungen, die zwar stimmen, aber seine Ausdrucksqualität ist nicht antrainierbar», sagte der 62-Jährige der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Der Philosoph und Pädagoge veröffentlichte 1997 unter dem Titel «Michael Jackson. Das Phänomen» eine der wenigen Biografien des Künstlers.

Jacksons Tod sei eine «große Katastrophe». «Der bedeutendste Künstler aller Zeiten ist gestorben», betonte er. Sein Erfolg sei nicht alleine durch das Singen und Tanzen zu erklären. «Das muss mit der Figur zu tun haben.» Er sei mehr eine Kunstfigur als ein Privatmensch gewesen. Jackson war am Donnerstag im Alter von 50 Jahren an einem Herzstillstand gestorben.

Seine schwere Kindheit machte Jackson laut Ebmeier zu einem «Melancholiker» und «Romantiker». Sein Comeback mit 50 Konzerten in London sei «gezwungen» gewesen. «Das hat ihn natürlich unter Druck gesetzt», sagte Ebmeier. «Das sollte die größte Show aller Zeiten werden.» Die Ursache für seinen Tod könne jedoch auch «Euphorie» gewesen sein. «Das hat sein Organismus am Ende nicht mehr ausgehalten.»

Jackson habe anderen Künstlern mehr neue Wege geöffnet, als dass er ihren Stil geprägt habe, sagte Ebmeier, der drei Konzerte des «King of Pop» besucht hatte. An dem Charakter, den er mit der Figur «Jacko» geschaffen habe, sehe man auch viel über die heutige Gesellschaft. Diese Figur sei wesentlicher als der Privatmann. «Er war der kleine Junge, der sich geweigert hat, erwachsen zu werden», betonte der Autor. Er habe die Auflösung zwischen der Kategorie Erwachsener und Kind am sichtbarsten verkörpert. (su/gz, ddp)

 

 

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