Musikbranche hat Michael Jackson viel zu verdanken

 
26. Juni 2009

Michael Jackson hat nach den Worten von Musikexperte Hubert Wandjo die Videokunst in eine andere Dimension befördert. «Sender wie MTV oder Viva habe ihm sehr, sehr viel zu verdanken», sagte Hubert Wandjo, einer der beiden Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg am Freitag im ddp-Gespräch. »Seine pophistorische Bedeutung sehe ich in einer Linie mit Elvis Presley und den Beatles.« Jackson habe Generationen geprägt. Nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit seiner Performance und seinen tänzerischen Qualitäten.

Wandjo, der lange für Jacksons frühere Plattenfirma Sony Music gearbeitet hat, lernte beim «King of Pop» zwei unterschiedliche Seiten kennen. Sobald er eine Bühne betrat, sei er »förmlich explodiert«, sagte der 57-Jährige. »Er hat sofort die Regie übernommen.« Jeden einzelnen Beteiligten habe er angewiesen, korrigiert und motiviert. »Er ist permanent runter an die Monitore und hat es sich angeguckt.« Er sei Perfektionist gewesen.

Sobald er die Bühne verlassen hatte, sei er jedoch still und in sich gekehrt gewesen. »Er war im Umgang mit seinem professionellen Umfeld oft sehr scheu, sehr wortkarg und ein bisschen zurückgezogen«, erinnerte er sich. Wandjo traf Jackson seit 1983/84 mehrere Male. «Man hat ihn privat eigentlich kaum erlebt.» Zuletzt traf er ihn 1995.

Über den Tod des Stars sei er »sehr, sehr traurig», sagte Wandjo. «Ich war sehr überrascht, hatte ja eigentlich mit seiner Tournee gerechnet und habe mich schon um Tickets gekümmert." Jackson war am Donnerstag im Alter von 50 Jahren an einem Herzstillstand gestorben. (su/gz, ddp)

 

 

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