In Friedrichshafen lud gestern Abend Showdino Thomas Gottschalk zur ersten Ausgabe von „Wetten, dass..?“ im neuen Jahr. Noch immer ist die Sendung der Stolz des ZDF, doch das Aushängeschild des Senders ist offenbar immer mehr auf TV-Formate der Privatsender angewiesen, um unterhaltsam zu sein und entsprechende Quoten einzufahren. Das ist nicht gut.
Bewegt man sich in einer Talsohle, hat man jedoch immer die Möglichkeit, für ein gepflegtes Ende oder einen knackigen Neubeginn. In der Dino-Zeit beispielsweise kapierten T-Rex und andere Dinosaurier irgendwann ihre mangelnde Flexibilität und starben aus Rücksichtnahme auf die übrige Erdbevölkerung still und heimlich aus – einfach um nicht durch unkoordiniertes Dahinsiechen anderen zur Last zu fallen. Offenbar hat sich der Fernsehsender aus Protest gegen die natürliche Selektion entschieden. Es wird immer mehr und immer häufiger auf die Quotenmacher und TV-Formate privater Sender zurückgegriffen, um insbesondere das jüngere Publikum beispielsweise vor einem Dieter Bohlen zu bewahren, anstatt für die einstigen Ideale zu kämpfen.
Die ARD setzt mittlerweile auf Entertainer Stefan Raab als Grand-Prix-Retter. Das angestaubte Flaggschiff „Wetten, dass..?“ des ZDF setzte nach Ekelwetten-Anleihen aus dem RTL-„Dschungelcamp“ in früheren Sendungen, am gestrigen Abend auf die Hilfe von Heidi Klum. Und so dürfte sich gestern Abend wahrscheinlich so mancher Zuschauer gefragt haben, ob er sich nicht im Sender geirrt hat. Nein, es handelte sich in der Tat um "Wetten, dass..?", auch wenn Heidi Klum fast die komplette dreistündige Sendung über ein geeignetes Nachwuchs-Model für ihr ProSieben-Castingshow "Germany´s Next Topmodel" suchte.
Für das ZDF ein kreatives Armutszeugnis. Die spektakulären Wetten alleine scheinen nach fast dreißig Jahren ihren Reiz in gewisser Weise verloren zu haben, dennoch waren die gestrigen Wetten normaler Menschen die einzigen Highlights in der ZDF-Samstagabend-Show.
An den spektakulären Wetten „Auto“, „Bobbahn“, „Steine“ oder „Kaugummi“ kann es nicht gelegen haben, dass der Funke nicht übergesprungen ist. Liegt es womöglich an den Wettpaten, die auf der Wettcouch Platz nahmen? Fußballstar Mario Gomez machte auf der „Schlafcouch“ einen recht gelangweilten Ausdruck. Okay, vielleicht war er noch etwas müde vom Sieg gegen Werder Bremen. Doch auch die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank langweilte sich offensichtlich und Jon Bon Jovi düste sowieso gleich wieder ab. Da erinnern wir uns gerne an Wettpaten, die mit Spaß auf der Wettcouch Platz nahmen und für Stimmung und Unterhaltung während und nach der Sendung sorgten, so beispielsweise als „Sexiest Man“ Hugh Jackman, der unsere jetzige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen auf Händen durchs Studio getragen hat.
Gottschalks Assistentin, Michelle Hunziker, war wie immer nett anzusehen und gut gelaunt. Und Gottschalk selbst? Der Altmeister der Moderation machte eine gute Sendung mit guten Wetten. Dennoch fehlte Gottschalk gestern sein Witz, seine bekannte Spontanität und Schlagfertigkeit. Nach wie vor versteht Gottschalk wie kaum ein Zweiter, souverän durch ein dreistündiges Show-Labyrinth zu manövrieren und dabei den Spagat zwischen mehreren Generationen und Interessen zu schlagen.
Dennoch gilt es den rasanten Stillstand der Show aufzuhalten, Events zu schaffen, eine Samstagabend-Show zu kreieren, über die auch noch Tage nach der Ausstrahlung im Land darüber gesprochen wird, was live vor einem Millionenpublikum passiert ist.
Sind wir guter Dinge, dass das Quoten-Flaggschiff "Wetten, dass..?" aller Unkenrufe zum Trotz doch noch lange erhalten bleibt. Der Sender auf Anleihen anderer TV-Formate und eine damit einhergehende Zielgruppendiskussion verzichtet und mit frischem Wagemut und kreativer Waghalsigkeit die nächsten Ausgaben von „Wetten, dass..?“ produziert und wieder auf eigene Ideale setzt. (Sex Up/uk)
Wetten waren gut, Quote passte, es war für mich ein guter Unterhaltungsabend!!!
Eines noch zur Frau Klum: Ende des letzten Jahres ist ein Plakat von Isabelle Caro erschienen! Immer wieder wird betont, dass Mager-Models nicht mehr abgelichtet oder bei Shows berücksichtigt werden (bei einem BMI unter 18). Trotzdem greifen die Designer bei ihren Shows immer wieder auf sie zurück!!!
Erspart der gerade Schnitt Arbeitszeit??? Stoff???
Können sich heutzutage nurmehr Super-Models weiblich zeigen (die Casting-Shows gehen ja auch immer mehr in die Richtung: Dünner ist besser!). Mehr zu diesem Thema auch auf stock-macht-den-blog.de.
Wer tut sich sowas an einem Samstagabend noch an? Ich jedenfalls schon lange nicht mehr, die Sendung könnte man in einer Stunde abhandeln und zwar mit den Wetten allein. Das dummgequatsche mit den sogenannten Promis braucht kein Mensch!